Lean User Research – 3 einfache Methoden, um mehr über deine User zu erfahren

Lean User Research - Zwei menschen unterhalten sich

Was ist eigentlich Lean User Research?

In so ziemlich jedem Artikel zu User Experience Design findet man das Wort Empathie. Also die Bereitschaft sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Da wird natürlich immer empfohlen dem User gegenüber empathisch zu sein und auf die Bedürfnisse des Users einzugehen.

Das klingt ja erst einmal super einfach, aber zu 100 % in die Haut eines anderen zu schlüpfen, die selben Gefühle, Gedanken, Erwartungen und Probleme haben wie der User? Das ist eher schwierig, ich würde sogar behaupten unmöglich. Und genau hier kommt User Research in’s Spiel.

User Research ist nichts anderes, als herauszufinden was deine Besucher denken und fühlen während sie z. B. deine Website benutzen. Jetzt könntest du damit anfangen User Interviews zu führen und anschließend User Personas erstellen. Bestenfalls kommen dann auch noch User Journey Maps dazu. Das sind aber alles zeitintensive Projekte und wenn man eine Sache heutzutage nicht hat, dann Zeit.

Deswegen müssen wir einen Weg finden, auf eine möglichst einfache Art und Weise Infos über User zu bekommen. Und das ist Lean User Research. Einfache und pragmatische User Research Methoden.

Auf diese Themenfelder sollest du bei Lean User Research Rücksicht nehmen:

Probleme

User kommen immer mit einem bestimmten Problem auf deine Website. Auf der Suche nach einer Lösung, sind sie dann bei dir gelandet. Das kann einfach die Antwort auf eine Frage sein, oder aber auch die Suche nach einem Service, der dieses bestimmte Problem löst.

Wenn du die Probleme kennst, kannst du auch super einfach die entsprechenden Lösungen anbieten.

Fragen

Die meisten User kommen mit Fragen auf eine Website. Diese können sehr allgemein oder spezfisch sein.

Eine allgemeine Frage wäre z. B. "Welche Services bietet dieses Unternehmen an" und eine spezifische Frage könnte z. B. "Hat dieses Produkt die Funktion XYZ"

Wenn du diese Fragen nicht kennst, wird deine Website niemals die Bedürfnissen des Users erfüllen.

Bedenken

Menschen haben immer Bedenken oder Einwände, wenn sie auf einer Website unterwegs sind. Und genau wegen diesen Gründen zögern sie dann z. B. im Checkout-Prozess des Warenkorbs oder tragen sich nicht in einen Newsletter ein.

Vielleicht ist der Preis zu hoch, vielleicht haben sie Bedenken gegenüber dem Datenschutz. Hier kann es viele Gründe geben. Du solltest diese Bedenken und Einwände kennen, um sie adressieren zu können.

Ziele

Besucher wollen natürlich auch immer irgendwas bestimmtes auf deiner Website machen. Also z. B. ein Ticket kaufen, einen Service buchen oder Software herunterladen.

Deine Website sollte es dem User möglichst einfach machen, diese Ziele zu erfüllen. Dementsprechend solltest du wissen, welche Ziele das sind.

Die User Journey

Wo kommen die User her? Wie sind sie auf deine Website aufmerksam geworden? Welche anderen Seiten haben sie davor besucht? Was machen Sie, nach dem Besuch auf deiner Website?

Deine Besucher haben so gut wie immer einen bestimmten Weg absolviert, bevor sie bei dir gelandet sind. Wenn du z. B. weißt welchen Suchbegriff ein User bei Google eingegeben hat, bevor er auf deiner Seite gelandet ist, kannst du deine Seite besser auf den Suchbegriff optimieren. Oder wenn ein User nach dem Besuch deiner Website auf einem bestimmten Online-Shop nach einem Produkt sucht, kannst du direkt einen Link zu diesem Shop anbieten und z. B. Affiliate Links einsetzen.

Die einzelnen Schritte, die der User durchläuft sind also esentiell um die User Experience deiner Seite zu verbessern.

Gemütszustand

In welchem Gemütszustand sind deine User? Jedes postive oder negative Gefühl hat einen Einfluss auf die menschliche Wahrnehmung und somit auch auf die Wahrnehmung deiner Website.

Wenn jemand Stress hat, solltest du ihn nicht mit visuellen Elementen überfordern. Wenn jemand Schmerzen hat, solltest du eine möglichst beruhigende Sprache einsetzen usw.

3 einfache User Research Methoden, um mehr über deine Benutzer herauszufinden

Ich möchte dir jetzt ein paar Methoden vorstellen, mit denen du recht einfach User Research betreiben kannst.

1. Indirekte User Interviews mit deinem Team

Wenn du in einer größeren Organisation, Agentur oder einem Unternehmen arbeitest, dann vergiss nicht, dass die meistens Informationen schon längst existieren. Du musst sie nur innerhalb des Teams finden.

Ein guter Startpunkt ist der Kundensupport, Vertriebsmitarbeiter, Projektmanager oder andere Teammitglieder die generell mit Kunden zu tun haben. Frage hier einfach mal nach, über was sich die User beschweren, welche Fragen sie haben oder auf welche Probleme sie immer wieder stoßen. Geh die einzelnen Themenfelder einfach durch und versuch so viel wie möglich herauszufinden.

Du wirst sehen, dass du schon mit internen Erfahrungen viel über die User lernen kannst. Das sind quasi indirekte User Interviews.

2. Kurze User Interviews mit Kunden

Wenn du nicht in einem größeren Unternehmen arbeitest, sondern Solopreneuer, Freelancer oder Selbständig bist, dann telefonierst du bestimmt öfter mit potentiellen Kunden wegen Projekt- oder Supportanfragen.

Das ist der perfekte Moment um z. B. am Ende des Gesprächs noch beiläufig ein oder zwei Fragen zu stellen. Notiere dir dazu ein paar Fragen, die gerade wichtig für dich sind und versuche diese in deine Gespräche einzubauen.

Wenn du beispielsweise nicht weißt, wie die Leute auf deiner Website landen, dann frag sie doch einfach direkt! Du kannst z. B. auch den Kunden kurz bitten auf deine Website zu gehen und dir zu sagen, was ihm als erstes auffällt. So findest du in wenigen Minuten heraus, ob dein Call to Action Button auffällig genug ist oder irgendein Element zu sehr ablenkt.

Wichtig ist bei dieser Methode, dass du wirklich nur wenige Fragen stellst und vorher auch nachfragst, ob dein Gegenüber 2 Minuten Zeit für dich hat.

3. Umfragen mit einer einzigen Frage

Kein User füllt gerne Umfragen aus, die super lange sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Erstelle also eine Umfrage mit einer einzigen Frage und mehreren vorgegebenen Antwortmöglichkeiten inklusive einem freien Texteingabefeld.

Beispiel

Mit "Welche Fragen haben dich auf diese Seite gebracht?" kannst du z. B. herausfinden, welche Fragen User haben und ob du diese schon auf deiner Seite beantwortet hast.

Eine detailliertere Anweisung zu dieser Methode findest du auch in meinem Artikel Die Angst vor User Research und warum diese unbegründet ist.

Diese Art der Umfrage eignet sich am besten, um herauszufinden, welche Bedenken User haben. Solche Umfragen kannst du mit Hubspot, Hotjar, Surveymonkey oder Typeform erstellen.

Du kannst natürlich auch auf Social Media, in Foren oder Facebookgruppen, Slack-Channel usw. deine Umfrage posten. Wichtig ist dabei nur, dass dort auch Menschen sind, die zu deiner Zielgruppe gehören.

Fazit

Lean User Research kannst du als Einstieg in das Thema UX ansehen. Du wirst sehen, dass ein klein wenig User Research besser ist als nichs. Schon wenige Infos über deine Benutzer können neue Gedanken und Ideen für dein Projekt anregen.

Wolfgang Stefani
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